Rizinus

Rizinus (Ricinus communis), auch Wunderbaum genannt, wird vorwiegend in den Tropen angebaute, aber auch in unseren Breiten ist diese Pflanze bekannt.

 

In den Tropen wächst diese Pflanze baumförmig bis zu einer Höhe von 10 Metern, während sie in kühleren Klimazonen im Freiland nur als einjährige Pflanze gezogen werden kann.

 

Bereits im alten Ägypten wurde das Öl dieser Pflanze als Brennöl verwendet. Heute gehört Rizinusöl zu den wichtigsten technischen Ölen der Erde.

 

Vorkommen

 

Diese alte, wichtige Ölpflanze war ursprünglich nur in Indien, Afrika, im Nahen Osten und in den Tropen angesiedelt. Heute ist sie jedoch auch in vielen anderen Ländern verbreitet. Als Zierpflanze bekannt, wird Rizinus jedoch bevorzugt für die Ölgewinnung kultiviert.

 

Zu den Hauptanbauländern für den Wunderbaum zählen neben Indien, das bis zu 60% der Weltproduktion liefert, auch China und Brasilien. Größere Mengen an Rizinussamen werden außerdem in Äthiopien, Paraguay, Thailand, Vietnam, Südafrika, Angola und auf den Philippinen produziert.

 

Anbau und Inhaltsstoffe

 

Rizinus ist eine charakteristische Pflanze tropischer Sommerregengebiete. Sie bevorzugt vollsonnige, warme und windstille Gebiete, die ihren relativ hohen Temperaturansprüchen von ca. 20 - 25 °C genügen. Humus- und nährstoffreicher, gut durchlässiger und feuchter Boden fördert das Wachstum und den Ertrag der Pflanze, allerdings kann sie auch bei relativ trockenen Verhältnissen wachsen.

Einen besonderen Einfluß auf das Wachstum von Rizinus üben die Klimabedingungen aus. In den kühlen Gebieten und gemäßigten Zonen ist sie nur eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von etwa eins bis zwei Metern erreicht.

 

Dagegen zählt sie in heißen, tropischen Regionen zu den schnellwüchsigen Pflanzen und kann über einige Jahre hinweg sogar 10 bis 13 Meter hoch wachsen.

Je nach Sorte, Bodenverhältnissen und Klimabedingungen kann man mit etwa 450 - 2000 kg Öl je Hektar Anbaufläche rechnen.

 

Die rotbraunen, mit Stacheln besetzten Früchte des Wunderbaums enthalten je drei rötlichbraun-marmorierte, bohnenförmige Samen. Sie enthalten etwa 40-50 % Öl, ca. 14-22 % Protein, 15 -18 % Rohfaser und 2 - 3 % Asche. Daneben sind auch das Allergen CB-1A.250 und zwei Giftstoffe (ca. 0,03 - 0,15 % Pyridin-Alkaloid Ricinin und ca. 3 % des hitzeempfindlichen, polaren und hochgiftigen Proteins Ricin) im Rizinussamen enthalten.

 

Das Recinin greift beim Menschen Leber und Nieren an. Bereits geringe Mengen können auch zum Tod führen. Das aus zwei verschiedenen Polypeptiden bestehende Ricin (Lektin) ist ebenfalls ein toxisches Protein, welches in den Samenschalen lokalisiert ist. Es ist gut wasserlöslich, jedoch fettunlöslich. Es lässt sich durch Hitze gut aus z.B. dem Rizinusöl entfernen.

 

Eigenschaften und Haltbarkeit

 

Das klare, gelbstichige Rizinusöl ist eine brennbare und dickflüssige, viskose Flüssigkeit, die einen charakteristischen leicht krautigen und holzigen Geruch aufweist. Das Öl ist zwar fast geschmacklos, hat jedoch trotzdem eine geringe spezifische, etwas unangenehme Geschmacksnote.

 

Der Erstarrungsbereich befindet sich bei diesem Öl zwischen etwa -13 bis -20° C, der Schmelzpunkt bei ca. -5° C und der Flammpunkt liegt bei ca. 229° C. Außerdem zählt es zu den Ölen mit der höchsten Dichte und ist nicht destillierbar, weil es sich bei etwa 250° C bereits zersetzt.

 

Es gehört zur Gruppe der nicht-trocknenden Öle, verdickt zwar an der Luft, härtet jedoch nicht in dünnen Filmen. Auf Grund seines hohen Anteils an Hydroxyfettsäuren hat das fettunlösliche Öl eine hohe Polarität und ist deshalb in Ethanol gut löslich und mit aliphatischen Kohlenwasserstoffen aber nur schwer mischbar.

 

Rizinusöl enthält neben etwa 80 - 85 % Triglycerid der ungesättigten Ricinolsäure (Tricinolein) auch weitere Glyceride verschiedener C18-Fettsäuren und mehrere flüchtige Verbindungen, wie Essigsäure, Heptanal, Oktan, Hexanal, Stryen, Alpha-Pinene und Propensäurebutylester. Die Fettsäurezusammensetzung des Öls unterteilt sich in ca. 77 - 83 % Ricinolsäure, ca. 3 - 5 % Linolsäure, ca. 4 - 9 % Ölsäure, sowie 1 - 2 % Palmitin - und 1 - 3 % Stearinsäure. Daneben lassen sich noch Spuren an Vaccensäure. Alpha-Linolsäure, Arachinsäure und Eicosensäure nachweisen.

 

Weitere Komponenten des Rizinusöls sind freie Fettsäuren von 0,75 - 3,0 %, ein Wassergehalt von 0,25 - 0,5 % und übrige Verunreinigungen zwischen 0,01 - 0,2 %.

 

Die Haltbarkeit des Rizinusöls beträgt in der Regel 6 bis 8 Monat.

 

Verwendung

In der Pharmazie und Medizin

Raffiniertes Rizinusöl dient als Abführmittel (Laxans) bei Verstopfung bzw. zur beschleunigten Darmentleerung und - wegen seiner vergleichsweise hohen Polarität - als gutes Lösungsmittel für viele Arzneimittelstoffe.

 

Auf Grund seiner hohen Viskosität und des geringen Gehaltes von Nährstoffen für Mikroorganismen wird Rizinusöl als Zusatz für Augentropfen verwendet.

Es wird für Injektionszwecken genutzt, um lipophile Arzneistoffe, die nicht oral apliziert werden können, zu verabreichen. Außerdem wird dieses Öl, neben seiner topischen Verwendung, auch  häufig zur Verabreichung von Sexualhormonen mit Depotwirkung in Form öliger Lösungen verwendet.

 

Das Öl bildet einen mechanischen Schutz gegen Wasser und hydrophile Schadstoffe und dient zur geschützten schnelleren Heilung von Schrunden und Frissuren.

 

Außerdem wird Rizinusöl, aufgrund seiner guten Löslichkeit in Ethanol, gerne als Fettzusatz bei Kopfspiritus und anderen alkoholischen Externa eingesetzt. Zudem können auch Warzen und Ringelflechten mit diesem Öl behandelt werden.

 

In der Geburtshilfe wird dieses Öl auch als „Wehencocktail" verabreicht, um die Geburtswehen einzuleiten. Zurzeit wird außerdem der Einsatz von Rizin wegen seiner zytostatischen Wirkung auf Krebszellen in der Tumor-Therapie geprüft.

 

In der Volksmedizin

In der Naturheilkunde kommt Rizinusöl u.a. zur Linderung von Brustentzündungen, zur Lockerung von versteiften Arthritisgelenken, zur Erhöhung der Funktion gestauter Lymphdrüsen und zur Stärkung des Immunsystems zur Anwendung.

 

Des Weiteren soll dieses Öl Herpeserkrankungen lindern und Spasmen im Unterleib aufheben können. Heiße Racinusölauflagen sollen einen positiven Einfluss auf Colitis und Geschwürbildung ausüben und auch das Verdauungssystem anregen.

 

In der Kosmetik

In Produkten der Kosmetikindustrie, wie in Haarbrillantinen, Haarpflegemitteln und in Wimperntusche kommt Rizinusöl aufgrund seiner hohen Viskosität und seiner guten Löslichkeit in Ethanol häufig vor.

 

Außerdem ist es in Badeölen mit Emulgatoren gegen trockene Haut zu finden. Auf Grund der guten Penetranz in Zwischenzellräume, z.B. von Hornhaut wird es deshalb gerne zur Behandlung von Schuppen, Narben, Altersflecken und Hämorrhoiden verwendet.

 

Rizinusöl dient auch als Grundstoff für die Herstellung von Lippenstiften, Kosmetika und Shampoos, wobei besonders das im Öl enthaltene Triricinolein wegen seiner rückfettenden und geschmeidig machenden Wirkung für Haut und Haar von Bedeutung ist.

 

In der Technik

Im Bereich der Technik kann Rizinusöl zur Herstellung von Seifen, Farben, Färbungen, Tinten, Wachsen, Poliermitteln, des kältebeständigen Plastiks, zur Produktion von Nylon, pharmazeutischen Produkten und Duftstoffen verwendet werden.

 

Rizinusöl kann auch als Schmiermittel für Motoren (z.B. in Düsentriebwerken) oder als Bremsflüssigkeit eingesetzt werden, weil es eine gleichbleibende, von der Temperatur weitestgehend unabhängige Viskosität besitzt.

 

Auch der Einsatz des Rizinusöls als natürliches Polyol für Polyurethankunststoffe ist von wesentlicher Bedeutung. Seine natürliche OH-Funktionalität ist geeignet, mit Di- oder Polyisocyanaten zu Polyurethanpolymeren zu reagieren. Diese Eigenschaft wird u.a. zur Herstellung von PU-Schäumen (z.B. Polster, Matratzen, Bauschäume), Gießharzen und Klebstoffen verwendet.

Rizinusöl stellt außerdem ein verwendbares Bindemittel für Lacke, Farben, Firnis, Linoleum und Druckfarben dar. Zudem gilt Rizinusöl als gutes Ausgangsmaterial für Polyamide und Polystyrole und eignet sich zur Herstellung von Sebacinsäure, welche Bestandteil von Weichmachungsmitteln ist.

 

Es dient auch zur Produktion von Türkschrotöl, das in der Textilindustrie aufgrund seiner Benetzungseigenschaften und Emulgierbarkeit gerne als Färbemittel (Beize) eingesetzt wird.

Des Weiteren kann Rizinusöl nach Umesterung bei der Herstellung von Biodiesel behilflich sein.

 

Durch pyrolytische Zersetzung des Öls zu Heptanal und Undecensäure, dient es auch zur Herstellung von Geschmacks- und Geruchsstoffen.

 

Wird Undecensäureester weiterverarbeitet, so entsteht daraus ein wichtiges Polyamid, das als Hochleistungskunststoff für Fasern und verschiedene technische Anwendungen, insbesondere  für Beschichtungen von Kabeln und Automobilen, dient.

 

Schließlich kann man noch Polyester aus Rizinusöl durch Polykondensation von Zitronensäure und Rizinolsäure gewinnen. Die miteinander reagierenden Monomeren führen unter Wasserabspaltung zur Synthese eines Polyesters, der schließlich in ein bräunliches, klebriges, wasserunlösliches Harz überführt wird.

 

Ölkuchen

 

Der Ölkuchen, der als Schrot bei der Ölpressung entsteht, wird nach dessen Entgiftung durch Hitzeinaktivierung oft bei der Herstellung von Tierfutter oder organischen Düngern eingesetzt.

 

Wenn Sie an Rininus oder Rininusölen Interesse haben, schreiben Sie uns!

Giftrekord

Aufgrund der extrem giftigen Inhaltsstoffe wird der Wunderbaum im Guinnessbuch der Rekorde von 2007 als giftigste Pflanze der Welt bezeichnet.

 

Ricin kommt in allen Teilen der Pflanze vor, ist hochgiftig und hat eine insektizide Wirkung.

 

Bereits 3-10 Samenkörner können tödlich sein, bei Kindern bereits ein Samenkorn.

 

Besonders gefährlich ist, dass die Vergiftungserscheinungen erst nach vielen Stunden, teilweise Tagen auftreten.

 

Bei fachkundiger Pressung bzw. Extraktion kann das Ricin jedoch entfernt werden.

Schreiben Sie uns:

Wir kaufen gern und in mittleren bis großen Mengen Nussfrüchte und pflanzliche Öle aller Art.

 

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